Danksagung Schreibstil

Danksagung SchreibstilDer Ton macht die Musik – dieses geflügelte Wort gilt für viele Bereiche in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Und das Bonmot lässt sich eben auch auf das Thema Danksagungen übertragen. Den richtigen Schreibstil zu treffen, das gelingt längst nicht allen Menschen, die sich schriftlich bei ihren Gästen oder für gute Wünsche bedanken möchten. Doch es gibt einen simplen Trick, wie Sie hier Fehler vermeiden können: Schreiben Sie im Einstieg genau so, wie Sie es sich insgesamt vornehmen. Denn dann können Sie sich im weiteren Verlauf der Danksagung nämlich immer an den ersten Sätzen orientieren.

Den richtigen Schreibstil für eine Danksagung zu finden, ist nicht immer einfach. Denn es gilt dabei, dass Sie als Verfasser dabei stets versuchen sollten zu bedenken, wie die Adressaten der Danksagung Ihre Worte auffassen oder auffassen könnten. Das geht schon bei der Anrede los.

Um zu vermeiden, dass jemand aus dem Kreis der Adressaten Ihrer Danksagung bei der Anrede durch das Raster fällt, könnten Sie überlegen, die Anrede einfach komplett wegzulassen und direkt zur Sache zu kommen. Das ist oft auch etwas eleganter, als Ihrem Text eine ganze Reihe von angesprochenen Personen voranzustellen. Ein „Liebe Eltern, liebe Geschwister, liebe Familie, liebe Freunde und liebe Bekannte“ kann zum Einstieg schon recht ermüdend sein. Ein kurz gefasstes „Liebe Gäste“ hingegen nimmt alle mit und verleitet doch eher zum Weiterlesen, als zwei Zeilen der Anrede. Und der Stil ist zumindest auch nicht schlechter.

Danksagung Schreibstil: Feste Regeln gibt es nicht

Ansonsten gilt: Eine feste Regel für die Danksagung gibt es in Sachen Stil nicht, und genau das ist es, was die Sache ja so schwierig macht. Anders ausgedrückt müssen Sie den Stil Ihrer Danksagung dem jeweiligen Anlass anpassen. So wäre es etwa ziemlich stillos, eine Dankeskarte für die Teilnehmer einer Trauerfeier mit „Liebe Gäste“ anzusprechen, weil es erstens keine Einladung im herkömmlichen Sinne gegeben hat – sondern eine Trauerkarte mit der Todesnachricht und dem Termin der Trauerfeier oder der Beisetzung (vielleicht verbunden mit dem Hinweis, dass man sich im Anschluss an die Beisetzung noch in einem Café trifft). Und zweitens dürfte als gesichert gelten, dass niemand, wirklich niemand gern Gast bei einem solch traurigen Anlass ist.

Doch natürlich gibt es weitere Verfehlungen, die Sie in Sachen Stil begehen können:

  • Eine gewisse Flapsigkeit in einer Danksagung, die sich an Kollegen richtet, mit denen Sie sich gut verstanden haben (etwa zum Anlass einer Feier, weil Sie den Arbeitsplatz gewechselt haben). Denn es wird immer so sein, dass Sie sich mit gewissen Kollegen besser verstehen als mit anderen. Außerdem sollten Sie bedenken, dass sich auch Ihr Chef angesprochen fühlen könnte. Passen Sie den Schreibstil also so an, dass sich alle Adressaten ernst genommen fühlen. Eine gewisse Portion Humor schadet nicht, aber Sie sollten wissen, wo die Grenze ist.
  • Angenommen, Sie verfassen mit Ihrem Ehepartner eine Danksagung an die Gäste Ihrer Hochzeitsfeier, so machen Sie nicht den Fehler, nur über sich zu schreiben. Vermeiden Sie es, den Empfängern in jedem Satz mitteilen zu wollen, dass Sie glücklich sind und „verliebt wie am ersten Tag“ – im Idealfall haben sich die Gäste bei der Hochzeit davon selbst ein Bild machen können. Danken Sie den Menschen besser dafür, dass Sie durch ihre Anwesenheit Ihren großen Tag bereichert haben und Sie sich sehr über deren Erscheinen und die Geschenke gefreut haben. Das ist der bessere Stil.
  • Schreiben Sie Ihre Danksagung so, wie Sie sie auch mündlich formulieren würden. Dazu bedarf es jedoch einer guten Selbsteinschätzung. Wenn Sie wortgewandt und eloquent sind, dürfen Sie in der Danksagung ruhig auch mal etwas dicker auftragen, die Empfänger der Danksagung wissen das dann schon richtig einzuordnen. Wenn Sie eher nicht der große Redner sind, dann übertreiben Sie es in Sachen blumiger Stil nicht zu sehr, sonst wirkt Ihre Danksagung schnell gekünstelt und überkandidelt.

Diese Faustregel gilt auch für einen weiteren Teil der Danksagung – nämlich den lyrischen.

Was würden Sie denken, wenn Sie Empfänger der eigenen Danksagung wären?

Denn Danksagungen leben auch davon, dass Sie sie mit einem Foto oder einem Gedicht ein wenig auflockern. Das ist besser, als nur starre Textblöcke zu schreiben. Nun gibt es im Internet abertausende Seiten, wo Sie Sprüche, Gedichte oder Bibelverse finden, die zu jeder Danksagung und jedem Anlass passen. Nehmen Sie niemals die gängigsten unter ihnen, die jeder in- und auswendig kennt, das wirkt schnell abgedroschen. Recherchieren Sie lieber ein bisschen, irgendwann läuft Ihnen schon das passende Gedicht über den Weg. Natürlich dürfen Sie auch selbst zu Tinte und Feder greifen, um ein paar Strophen zu verfassen. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass es zu verkrampft wirkt – und Verkrampfung ist bei einer Danksagung mit Sicherheit der falsche Stil.

Neben den bereits erwähnten Finten und Kniffen sollten Sie sich beim Formulieren Ihrer Danksagung immer wieder selbst hinterfragen – und zwar so, dass Sie so tun, als wären Sie der Empfänger. Das fällt natürlich schwer, schon klar, weil Sie in der Regel mit dem Kopf viel zu sehr bei der Sache sind. Schreiben Sie Ihre Danksagung von daher nicht an einem Stück in einer halben Stunde herunter, sondern sammeln Sie Ideen, bringen Sie diese zu Papier und legen Sie nach einer gewissen Zeit den Stift aus der Hand, um sich mit anderen Dingen zu befassen. Oft bemerkt man Fehler und Stilverirrungen ja erst, wenn man mal auf andere Gedanken gekommen ist. Und ein falscher Schreibstil ist so ziemlich das letzte, was Sie für Ihre Danksagung haben möchten.